Feuerwehrhubschrauber kreist über Altheim
Altheim. Am Sonntag fand bei der Freiwilligen Feuerwehr ein Tag der offenen Tür statt. Am Veranstaltungsgelände rund um den Dorfplatz war bei bestem Wetter einiges geboten für die zahlreichen Besucher. Von Weitem sichtbar war der 14 Meter hohe Übungs-Gerüstturm des Technischen Hilfswerk (THW) Landshut. Die Attraktion war der EADS-Feuerwehrhubschrauber EC 135, der gegen zehn Uhr am Artmanngarten landete. In ganz Deutschland gibt es nur zwei Feuerwehrhubschrauber, beide stationiert bei der Werksfeuerwehr des EADS-Werks in Unterschleißheim. Auch ein Aussenlast-Löschwasserbehälter mit 1000 Liter Fassungsvermögen zur Bekämpfung von Waldbränden konnte besichtigt werden. Bis in den Nachmittag nahmen zahlreiche Besucher die Möglichkeit wahr, in einem Rundflug Altheim und die Umgebung von oben aus zu betrachten. Der Hubschrauber wird hauptsächlich als Rettungshubschrauber und zum Transport von Führungskräften, sowie zur Lufterkundung und Bekämpfung von Waldbränden in ganz Europa eingesetzt. Der Pilot sowie eine Feuerwehrfrau der Werksfeuerwehr EADS „fire Rescue“ konnten viele Fragen zur Technik und zu Einsätzen des Feuerwehrhelikopters beantworten.

Die Gäste wurden von den Kommandanten Franz Schwimmer, Michael Pickhardt, Vorstand Wolfgang Mühlbauer und Zugführer Andres Pichl durch das Tagesprogramm geführt. Das THW war mit einer Bergungsgruppe und der Tauchgruppe vor Ort, weiterhin rückte die Feuerwehr Altdorf mit der Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug nach Altheim aus. Für die kleinen Besucher wurde ein Spritzenhaus immer wieder in Brand gesetzt und musste zielsicher gelöscht werden.

Mit einem Brand anderer Natur hatte die Jugendfeuerwehr der altheimer Wehr zu kämpfen – in einer Brandwanne wurde mitten auf der Zufahrt zum Gelände ein Flüssigkeitsbrand simuliert. Mit Blaulicht und Martinshorn rückten die jungen Feuerwehrler an und bereiteten unter Anleitung von Gruppenführer und Jugendwart Andreas Fischer in kürzester Zeit einen Schaumangriff vor. Der Brand konnte sofort gelöscht werden, mit zwei C-Rohren wurde eine weitere Brandausweitung verhindert. Für die professionelle Arbeit erhielten die Jungen und Mädchen viel Applaus von den zahlreichen Zuschauern.

Die Feuerwehr Altdorf zeigte eine Höhenrettung mit der Drehleiter, eine große Playmobilfigur konnte unversehrt dem wartenden Rettungsdienst übergeben werden. Im Anschluss daran rettete das THW ebenfalls eine Person aus der Höhe, angenommen wurde dabei, dass keine Drehleiter zur Verfügung steht oder diese aufgrund zugeparkter Anfahrtswege nicht zur Einsatzstelle gelangen kann – was oft ein Problem der Feuerwehr darstellt. Mit einer Konstruktion aus Steckleiterteilen, Leinen und einem Schleifkorb konnte die Verletzte in kurzer Zeit fast waagrecht abgelassen werden. Ein großer Feuerball hinter dem aufgebauten Grillstand schreckte die Besucher kurz auf – die Feuerwehrler aus Altheim hatten eine Fettbrandexplosion vorbereitet. In kochend heißes Fett –wie es in der Fritteuse eingesetzt wird - wurde aus sicherer Entfernung ein kleiner Becher Wasser geschüttet. Das Resultat war ein über zehn Meter hoher Feuerball mit extremer Hitzeentwicklung, zuhause in der Küche hätte dies zur kompletten Zerstörung des Raums und zu einem Brand geführt. Nach einer kurzen Pause ertönte eine Alarmierung über die Lautsprecher: „Schwerer Verkehrsunfall auf der A92 – eine Person eingeklemmt“. In Windeseile rüstete sich eine Mannschaft der FF Altheim zum Einsatz aus, auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wurde mitalarmiert. Vor der Zuschauertribühne des THW stand das verunfallte Fahrzeug – die Türen konnten nicht mehr geöffnet werden. Unter der Einsatzleitung von Michael Pickhardt wurde die Verletzte in Zusammenarbeit mit dem BRK aus dem Fahrzeug gerettet, dazu mussten mit Schere und Spreizer die Türen geöffnet und das Dach abgenommen werden. Jeder Arbeitsschritt der Einsatzkräfte wurde den Besuchern vom Einsatzleiter über Mikrofon genau erklärt.

Im Schulungsraum der Wehr konnten sich zahlreiche Zuhörer in Vorträgen über die Arbeit der Feuerwehr und Brandschutz im Eigenheim informieren, auch ein Feuerlöschertraining in Theorie und Praxis stand auf dem Programm. Kaum einer der Anwesenden hatte schon einmal einen Feuerlöscher ausgelöst und reelles Feuer damit gebändigt. In einer Vorführung unter einer Wasserwand zeigte die Tauchgruppe des THW den Umgang mit dem PrimeCut – ein Brennschneidgerät, das auch unter Wasser eingesetzt werden kann. Unter dem Wasserfall wurden große Stücke in einen Stahlträger geschnitten, das Schneidgerät arbeitet mit über 5500 °C. Die Ausrüstung der Tauchgruppe, unter anderem ein neues Helmtauch-System mit Telefon und Bildübertragung, konnte den ganzen Tag in einer Ausstellung betrachtet werden.

Am Einsatzgerüstturm (EGS) des THW konnten Besucher mit dem Rollgliss gesichert auf den Turm klettern, und die Veranstaltungen von oben aus betrachten. Noch höher hinaus ging es mit der Drehleiter der Feuerwehr Altdorf, einige Mutige wagten den Ausflug auf über zwanzig Meter Höhe.

Bericht: Pressebericht Feuerwehr Altheim 22.09.2008
Bilder: Feuerwehr Altheim