Flugzeugbergung am Flugplatz Ellermühle
Landshut 18.03.2017 - Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzen los sein.

Jedoch wurden den beiden Piloten die Grenzen am Boden schnell aufgezeigt. Nach einem erfolgreichen Überführungsflug des zweistrahligen Passagierdüsenjets aus Mönchengladbach nach Landshut/Ellermühle am vergangenen Freitag, sollte die acht Fluggäste fassende Maschine in einen Hangar in unmittelbarer Nähe des Verkehrslandeplatzes abgestellt werden. Diese besagte Abstellhalle welche mit zwei großen Holzdrehscheibenböden ausgerüstet ist und für mehrere kleinere Flugzeuge eine Unterstellmöglichkeit bietet, konnte jedoch die Last des rund 5 Tonnen schweren Düsenjets nicht tragen, was zur Folge hatte, dass die Holzbohlen unter den beiden Tragflächenfahrwerken einbrachen und die Maschine bis zum Rupf sowie der beiden Flügelunterseiten im Boden versank.  

Der Zugführer des 1.TZ Daniel Angerer machte sich am Freitagabend an die Erkundung und besprach mit einem der beiden Piloten die bevorstehende Bergung des Kleinflugzeuges. Schnell wurde klar, dass zusätzlich zum THW auch eine externe Servicefirma mit speziellen Flugzeughebern mit in die Bergungsarbeiten eingebunden werden musste, da ein Flugzeug nur sehr wenige spezielle Aufnahmepunkte für Hebezeuge besitzt. Um Gewicht für die Bergung zu reduzieren, sollten noch rund 1500 Liter Treibstoff (Kerosin) aus den beiden Tragflächentanks abgepumpt werden.

In den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Samstags machten sich unsere Helfer auf den Weg nach Ellermühle. Dort angekommen musste zunächst ein Zugang zu den beiden Fahrwerken geschaffen werden, um zu den eingebrochenen Rädern zu kommen. Die durchgebrochenen Holzbretter wurden entfernt und es wurde begonnen, mittels Hebekissen unter den Flügeln, den Jet langsam und Stück für Stück an zu heben um mit weiteren Hebezeugen unter die Räder des Fahrwerks zu kommen.

Als die Servicefirma gegen 10:00 Uhr am Hangar eintraf, war das Flugzeug bereits so weit aus dem Boden gehoben, dass diese nur noch die Flugzeugheber einsetzen mussten und die restliche Distanz bis zum Bodenniveau ausgleichen mussten.

Am Ende wurde die Maschine auf lange Balken gestellt und von unseren Helfern aus der Halle geschoben.

Erste Schätzungen eines Mechanikers der Spezialfirma liegt der Schaden am Flugzeug, der beim Einbrechen in den Holzboden entstanden ist, bei einer hohen 5-stelligen, wenn nicht sogar 6-stelligen Summe, da davon auszugehen ist, dass der Rumpf des Flugzeuges beim einbrechen Schaden genommen haben könnte. Dies muss nun durch Flugzeugingenieure beurteilt werden.

Gegen 13:30 Uhr war der Einsatz beendet und unsere Truppe bestehend aus Helfern des 1. und 2. Technischen Zuges kehrten gegen 14:00 Uhr in den Ortsverband zurück.

Bericht: Michael Rott -red
Bilder: Michael Rott