Mehrtägiger Einsatz für Kräfte der Gefahrenabwehr
Landshut 16.03.2018 - Ein ehemaliger Schrottplatz wird derzeit in Landshut neu bebaut. So soll auch eine neue Feuerwache auf einem Teil dieses Grundstückes errichtet werden. Im Zuge der Bauvorbereitung werden derzeit ehemalige Gebäude und betonierte Flächen entfernt um einen oberflächlichen Bodenaustausch durchführen zu können. Bei diesen Arbeiten kamen noch eine Menge alter Gasflaschen zu Tage. Teilweise waren über diesen Gasflaschen seit Jahren schon Bäume und Sträucher gewachsen.
Am Donnerstag wurde eine Verbindungsperson unseres Ortsverbandes durch das Amt für Sicherheit, Umweltschutz und Öffentliche Ordnung telefonisch zu diesem Objekt gerufen.
Vor Ort traf sich eine kleine Gruppe der alarmierten Organisationen, so auch Mitarbeiter eines Kampfmittelbeseitigungsunternehmens.

Ein Vertreter dieser Firma stellte ein augenscheinlich hohes Gefährdungspotential durch diese alten und teilweise noch befüllten Gasflaschen fest. Eine grobe Schätzung ergab rund 30 Gasflaschen die geborgen und abtransportiert werden mussten.
Allerdings konnte die eigentliche Beräumung nur unter gewissen Voraussetzungen durchgeführt werden. Mehrere Wohngebäude mit direkter Sichtlinie auf die Einsatzstelle mussten evakuiert werden. Straßensperrungen mussten genauso errichtet werden, wie auch der Bahnbetrieb am Landshuter Hauptbahnhof gesichert werden.

Nach einer kleinen Lagebesprechung vor Ort, folgte dann eine personell wesentlich umfangreichere Lagebesprechung in der ILS Landshut. Neben Vertretern der Gefahrenabwehr und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Kampfmittelräumdienstes und der Bahn war auch der Oberbürgermeister der Stadt Landshut Alexander Putz anwesend. Hier wurde dann die eigentliche Vorgehensweise beraten und beschlossen.
Festlegung des Sperrbereiches, Feststellen der Anzahl der zu evakuierenden Personen, Bereitstellen von Informationszetteln zur Evakuierung und die eigentliche Information noch an diesem Abend sowie die Ertüchtigung einer Notunterkunft der Stadt Landshut. Als Örtlicher Einsatzleiter wurde Stadtbrandrat Gerhard Nemela eingesetzt. Eine kleine Arbeitsgruppe wurde aus der Lagebesprechung herausgelöst und die Informationszettel zu konzipieren und den Informationseinsatz zu starten. Vorbereitete Zettel mit Hinweisen an die Betroffenen wurden genauso auf die Örtlichkeit bezogen erstellt, wie Abfragezettel um Klarheit zu bekommen welche Besonderheiten der Rettungsdienst bei der Evakuierung zu erwarten hatte.

Die für Donnerstagabend angesetzten Arbeiten wurden so aufgeteilt, dass Kräfte der Löschzüge 4 Rennweg und 7 Siedlung die Information und Befragung der Betroffenen übernahmen. Helferinnen und Helfer des 1.TZ, welche sowieso an diesem Abend Dienst hatten, waren mit der Ausstattung der Notunterkunft der Stadt Landshut betraut worden. Gegen 22:00 Uhr war alles abgeschlossen.

Noch während der Durchführung dieser genannten Aufträge wurden durch die LUK OV unsere Helfer durch SMS-Alarmierung vom bevorstehenden Einsatz, der sich laut Kampfmittelräumdienst bis Montag 19.03.2018 mittags rund um die Uhr hinziehen sollte, informiert und um Rückmeldung gebeten. Insgesamt wurden 10 Schichten zu je 8 Stunden Einsatzzeit personell geplant. Dabei musste jeweils ein Zugtrupp angesiedelt bei der ÖEL, eine Bergungsgruppe zur allgemeinen Technischen Unterstützung sowie die LUK OV bereitgehalten werden. Zusätzlich musste außerdem die Ausleuchtung der Einsatzstelle durch unsere Fachgruppe Beleuchtung sichergestellt werden.

Am Freitag um 06:00 Uhr begann der erste Schichtdienst für Einsatzkräfte des THW Landshut in der Unterkunft. Die örtliche Einsatzleitung wurde installiert und Sperrmaßnahmen durch die Polizei unterstützt. Ein, direkt neben der Einsatzstelle befindlicher Pendlerparkplatz des Hauptbahnhofes, sorgte permanent für Arbeit.
Ab 08:30 Uhr begann die eigentliche Evakuierung die problemlos abgeschlossen werden konnte. Rund ein Drittel der 180 Betroffenen wurde in der bereitgestellten Notunterkunft untergebracht, die restlichen kamen bei Angehörigen oder Verwandten unter. Gegen 11:30 Uhr begann man mit der Beräumung des Geländes. Sehr zügig gingen diese Arbeiten durch ein konzentriertes Vorgehen aller Beteiligten voran. Allerdings erhöhte sich die Zahl der aufgefundenen Gasflaschen stetig. Die Gasflaschen wurden in zwei Bereiche getrennt gelagert. Der eine Bereich umfasste den reinen Schrott, der andere, die speziell zu transportierenden Gasflaschen. Gegen 21:30 Uhr wurden dann die Arbeiten zum Beräumen des Geländes durch den Kampfmittelräumdienst eingestellt. Trotzdem mussten unsere Kräfte genauso wie Polizei Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort bleiben.

Am Samstag, gegen 01:00 Uhr wurde der erste Abtransport, der speziell zu entsorgenden Gasflaschen, durchgeführt. Ziel war eine Kiesgrube im Landkreis Landshut. Die Beräumung des Geländes wurde um 07:30 Uhr wieder aufgenommen. Parallel dazu der sichere Abtransport der Gasflaschen mit Gefahrenpotential. Dabei wurden unsere Kräfte immer wieder um Unterstützung gebeten. Gegen 13:00 Uhr waren die Grabungen auf dem Gelände abgeschlossen.
Der letzte Abtransport wurde auf 15:45 Uhr festgelegt. Nach der Freigabe der evakuierten Wohngebäude und der Freigabe des allgemeinen Verkehrs, konnten die Betroffenen wieder zu Ihren Wohnungen zurückkehren. Gegen 16:00 Uhr konnte mit dem Rückbau der eingesetzten Ausstattung aller Hilfsorganisationen begonnen werden und um 18:00 Uhr konnte nach dem Einrücken unserer Einsatzkräfte und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft dieser nicht ganz alltägliche Einsatz für das THW Landshut beendet werden. Insgesamt mussten 133 Gasflaschen unterschiedlicher Größe und unterschiedlichem Inhalt geborgen werden. 98 dieser Gasflaschen wurden abtransportiert und werden in den nächsten Tagen unschädlich gemacht. Das THW Landshut hatte 76 Einsatzkräfte aus den beiden Technischen Zügen mit deren Teileinheiten und dem OV-Stab von Donnerstag bis Samstag eingesetzt. Deren Arbeit, aber auch die Arbeit aller Beteiligten, wurde im Zuge der letzten Lagebesprechung durch Herrn Oberbürgermeister Alexander Putz ausdrücklich gelobt. Herr Alexander Putz aber auch ÖEL G. Nemela bedankten sich bei Allen für das Geleistete.

Bericht: Michael Saller –red.
Bilder: THW-Landshut