Vermisster Felix gefunden
Seit dem 28.12.2006 wird in Weihenstephan bei Landshut der 14-jährige Felix von Quistorp vermisst. Um ca. 9:30 Uhr am 03.01.2007 ist es Gewissheit: Felix ist tot. Er wurde von Polizeitauchern auf dem großelterlichen Schlossgeländes in einem Brunnen Tod aufgefunden. Nachdem die sterblichen Überreste durch die Polizeitaucher geborgen waren, wurde das THW OV Landshut zur Unterstützung der polizeilichen Sicherungsarbeiten gegen 10:35 Uhr alarmiert. Nach der Vorerkundung durch den OB Rudolf Skalitzky und Gruppenführer Florian Kräh rückten weitere 20 Helfer mit zwei GKW I und Unimog der FG Beleuchtung, sowie dem EGS-Anhänger und dem 50 kVA-NEA aus.

Im Brunnenschacht, der ca. 2 Meter im Durchmesser hatte, befand sich auf 8 Meter Tiefe eine morsche Holzplattform, sowie ein Querbalken. Der Wasserspiegel des Brunnens lag weitere 2,20 Meter tiefer. Die Wassertiefe betrug 1,5 Meter. Aufgabe des THW´s war nun die Fundstelle auszuleuchten, die Holzplattform zu demontieren und in Zusammenarbeit mit den Polizeitauchern nach noch nicht aufgefundene persönlichen Sachen von Felix zu suchen. Um überhaupt sicher in den Brunnen absteigen zu können, wurde mit dem EGS über der Brunnenöffnung eine Plattform errichtet, sodass ein Helfer mit dem Rollgliss abgeseilt werden konnte. Nachdem der Holzboden im Brunnen demontiert war, wurde auf der Wasseroberfläche die Jacke des Jungen gefunden und geborgen. Nun kamen wieder die Polizeitaucher zum Einsatz, deren Aufgabe es war die unter wasserstehenden Brunnensohle nach weiteren eventuellen Fundstücken abzusuchen. Nachdem dort durch die Taucher nichts mehr gefunden wurde, entschloss sich die Polizei den Brunnen auspumpen zu lassen. Wegen der extremen Pumphöhe kamen hier zwei Tauchpumpen zum Einsatz, die über einen Zwischenbehälter das Wasser von der Brunnensohle ins Brunnenhaus und weiter ins Freie beförderten. Am Fuß des Brunnens befand sich eine ca. 30 cm dicke Schlammschicht, welche nun mit Eimern abzutragen war. Der Schlamm sollte dann im Freien von der Polizei durchsucht werden. Glücklicherweise wurde der letzte noch vermisste Gegenstand von Felix bereits mit dem ersten zu Tage geförderten Schlamm gefunden. Nachdem für die Polizei nun alle wichtigen Gegenstände gefunden waren, konnte mit dem Rückbau der Pumpen und der EGS-Plattform begonnen worden.

Noch während des Rückbaues wurden die sichergestellten Holzteile vom THW zur Polizei Landshut transportiert. Gegen 16:45 Uhr waren alle Gerätschaften Vorort zurückgebaut, sodass zur Unterkunft zurückgefahren werden konnte. Nach Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft konnte dieser Einsatz für den OV Landshut um 17:30 Uhr beendet werden.

Bereits bei Einsatzbeginn wurde mit der Polizei vereinbart, dass sämtliche Presseanfragen von dem örtlichen Polizeipressesprecher beantwortet werden. Wegen des bundesweiten Medieninteresses liefen viele Anfragen zu Informationen und Fotos im Ortsverband auf. Diese Anfragen wurden jedoch ausnahmslos an die Polizei weitergeleitet.

Trotz des tragischen Einsatzgrundes und des Medienrummels erfolgte die Zusammenarbeit mit der Polizei reibungslos und der Einsatz konnte erfolgreich und mit der Gewissheit etwas zur Aufklärung des Todes von Felix beigetragen zu haben beendet werden.

Bericht: Sascha Hofstetter 05.01.2007
Bilder: Michael Ebner