Herbstübung für den Ortsverband: Orkan verwüstet Niederbayern

Stürme und Orkane sind vor allem im Herbst beliebte Szenarien für Übungen. Dies war auch am vergangenen Freitag Übungsthema für den Ortsverband Landshut.


Mit folgendem Einsatzauftrag wurde Zugführer Stefan Simnacher in die Übung geschickt:

In den Nachmittagsstunden des 30.10.2009 fügte der Orkan „Haudraufwienix“ schwere Verwüstungen in Bayern angerichtet. Am meisten betroffen war hier vor allem Niederbayern und die Städte Landshut, Vilsbiburg und Geisenhausen.
Derzeit herrschen noch Windgeschwindigkeiten von über 80 km/h und z.T. Regenschauer. Derzeit sind alle Einsatzorganisationen mit eigenen Abschnitten und Aufträgen gebunden. Das THW hat einen eigenen Einsatzabschnitt führt seinen Einsatz selbst. Unterstellt ist der THW Einsatzabschnitt dem OEL.
Dem Ortsverband Landshut wird folgendes Einsatzgebiet zugewiesen:
Stadt:       Landshut
Ortsteil:     Hofberg
Straße:     Weickmannshöhe 15; Anwesen am Ortseingang rechts

In dem Anwesen sind noch einige Familienangehörige sowie Angestellte des landwirtschaftlichen Betriebes vermisst.
Die Einheiten des Technischen Hilfswerks Ortsverband Landshut erhalten den Auftrag in eigener Verantwortung das Gelände zu Erkunden und alle vermissten Personen zu retten und ggf. zu bergen, sowie einen Verletztensammelpunkt einzurichten und zu betreiben. Die Straße von und nach Landshut an der Weickmannshöhe muß unter allen Umständen für Rettungsfahrzeuge beidseitig freigehalten werden. Der Verkehr darf nicht beeinträchtigt werden.


Schon bei der Erkundung wurden die Einsatzkräfte von einer verwirrten Arbeiterin in englischer Sprache über einen Teil der Aufgaben und die verletzten und vermissten Personen in Kenntnis gesetzt. Gleich nach dem Eintreffen der ersten Bergungsgruppe wurde mit der Rettung des ersten Verletzten auf dem Dach begonnen. Gleichzeitig erfolgte die Erkundung und die Begehung der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Gebäude durch den Baufachberater.

Während die komplette Einsatzstelle durch die Fachgruppe Beleuchtung ausgeleuchtet wurde, waren drei Bergungsgruppen parallel beschäftigt die insgesamt elf vermissten und verletzten Personen zu finden, erst zu versorgen und zu retten. Dabei musste unter Zeitdruck eine eingeklemmte Person im Keller mit steigenden Wasser befreit werden bevor diese ertrinkt. Eine völlig verängstigte und in Panik befindliche Person musste unter hohem Aufwand vom Balkon befreit werden. Auch der Zugang zu einem weiteren Keller konnte nur noch über das Erweitern eines Lichtschachtes mit Aufbrechhammer geschaffen werden. Hier warteten gleich zwei Verletze auf ihre Rettung durch die THW Einsatzkräfte. Eine freistehende Wand drohte auf einen Tank umzustürzen und musste abgestützt werden. Aus dem Obergeschoss konnte eine unterkühlte und mit einem Knöchelbruch verletzte Person nur mit einem Leiterhebel gerettet werden.

Für die Führungsgruppe des THW erweiterte sich das Szenario durch Einspielungen der Übungsleitung nach und nach zu einem Horrorszenario. Nach der Übergabe des kompletten Landshuter Stadtteiles Hofberg an das THW durch die OEL (Übungsleitung) erbrachte dies auch Unmengen an weiteren Einsatzstellen die in Form eines Planspiels zusätzlich Ressourcen des Zugtrupps und der LUK des Ortsverbandes band. Der Einsatz erweiterte sich auf insgesamt sechs Technische Züge und deren Fachgruppen. Auch hier wurde die Abarbeitung der Aufgaben durch zusätzliche Einspielungen weiter erschwert. So traf ein Stromausfall die Unterkunft und brachte die Übenden kurzzeitig aus dem Konzept.

Trotz aller Erschwerungen und Einspielungen konnte das Übungszenario erfolgreich durch die Einsatzkräfte des THW abgearbeitet werden.

Ein herzliches Danke schön für die Unterstützung der Übung geht an
Walter Brams und Werner Weinzierl vom OV Ergolding
Die Jugendgruppe des Ortsverband Landshut
Das BRK Landshut für die Sicherstellung des Rettungsdienstes während der Übung.
ILS Landshut

Bericht: Stefan Huber
Bilder: Christoph Langmeier