Hochwasseralarm in Altheim
50 Einsatzkräfte des Ortsverbandes Landshut unterstützten am gestrigen Donnerstag die Landkreisfeuerwehren und den Nachbarortsverband Ergolding bei einem Hochwasser in Altheim. Nach dem der Wasserpegel des Feldbaches im Industriegebiet Altheim auf kurze Zeit derart angestiegen war, dass die Lagerhallen einer Firma in der Landshuter Straße einen halben Meter tief unter Wasser standen, alarmierte die Integrierte Leitstelle Landshut den Fachberater des THW Ergolding zur Unterstützung der Feuerwehr Altheim und Ergolding.

Durch die ständig steigenden Wassermassen wurden innerhalb kurzer Zeit auch die angrenzende Viehvermarktungshalle überflutet und Wohnhäuser sowie Gewerbebetriebe, u.a. ein Getreide- und Düngemittellager massiv gefährdet. Teilweise standen Bereiche bis zu zwei Meter tief unter Wasser. Die Einsatzleitung unter Kreisbrandrat Thomas Loibl, Kreisbrandinspektor Karl Hahn, Kreisbrandmeister Andreas Hilgärtner und der Altheimer Kommandant Franz Schwimmer entschied sich schnell, weitere Kräfte zur Bewältigung der Schadenslage nachzufordern.
Dazu wurde unter anderen die schnelle Einsatzgruppe (SEG) des THW Ortsverbandes Landshut mit den eingelagerten und vorgefüllten 800 Sandsäcken an die Einsatzstelle alarmiert.

Mit einer großen Anzahl von Pumpen konnte der Wasserpegel stabil gehalten werden, unter anderem wurden auch Großpumpen vom Kernkraftwerk Isar und dem THW Landshut eingesetzt. Um die nachfließenden Wassermassen aufzuhalten, musste unter der Führung von zwei Hochwasserspeziallisten des THW ein 100 Meter langer Sandsackdamm errichtet werden. Die dafür benötigten über 8000 Sandsäcke wurden im Bauhof Essenbach und in der Unterkunft des THW Landshut manuell gefüllt und nach Altheim gebracht. Allein an der Sandsackfüllstelle im Ortsverband Landshut wurden 3000 Sandsäcke für den Einsatz bereitgestellt.

An zwei Wohnhäuser im direkt angrenzenden Marktgebiet Ergolding mussten ebenfalls mit Sandsackdämmen geschützt werden, ein Wohnhaus konnte nicht mehr rechtzeitig abgeschottet werden und stand bereits unter Wasser. Ein Schaden in weiteren Gebäuden und Gewerbebetrieben konnte durch den personalintensiven Großeinsatz verhindert werden. In den späten Abendstunden setzte der Dauerregen aus und der Wasserstand des Feldbaches ging langsam zurück.

An der Einsatzstelle waren neben 19 Freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Landshut mit 62 Einsatzfahrzeugen und 300 Einsatzkräften auch die Ortsverbände des Technischen Hilfswerk (THW) Landshut und Ergolding mit 78 Einsatzkräften und 12 Einsatzfahrzeugen, sowie das Landratsamt Landshut und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung eingesetzt. 
Für die Transportkapazität stellte das THW drei LKW Kipper, einen Tiefladeanhänger, einen hochwasserfähigen geländegängigen LKW mit Anbaukran sowie zwei mobile Stromaggregate mit einer Gesamtleistung von 370 kW und mehrere Hochleistungspumpen mit einer Förderkapazität von 8000 Liter / Minute.
Der Rettungsdienst von BRK und Malteser kümmerte sich um den Sanitätsdienst und die Verpflegung der Einsatzstelle.

Die Staatsstraße 2074 und die Bahnlinie Landshut – Plattling waren bis in die Nacht gesperrt. Die Hilfskräfte konnten bis auf eine kleine Feuerwehreinheit, die bis Freitag morgens die Pumparbeiten weiterführte, gegen Mitternacht von der Einsatzstelle abrücken.

Bericht: Andres Pichl, Stefan Huber
Bilder: Stefan Huber