Großübung im Messegelände
Ein lauter Knall, eine Rauchwolke, eine dunkle Halle, Hilfe- und Schmerzensschreie, Menschen in Panik - das alles erwarte die Einsatzkräfte der Landshuter Hilfsorganisationen bei einer großen Katastrophenschutzübung in der Sparkassenarena im Landshuter Messepark. Diese ist die zweite Großübung der Landshuter Hilfsorganisationen innerhalb der letzten beiden Jahre.

Die Verantwortlichen der Landshuter Hilfsorganisationen sind sich der hohen Verantwortung gegenüber der Bevölkerung für Stadt und Landkreises Landshut gemäß ihrer Aufgaben bewusst. Zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Großschaden- bzw. Katastrophenfall wurde ein gemeinsames Übungskonzept erarbeitet, das den vielseitigen Anforderungen moderner Einsatztaktiken gerecht wird. Übungsschwerpunkt ist die  Verstärkung des organisationsübergreifenden Zusammenwirkens der Einsatzkräfte.

Das realistische Szenario, das Vertreter der Feuerwehr Landshut, des bayerischen Roten Kreuzes,  des Malteser Hilfsdiensts, des Technischen Hilfswerks Landshut und der Integrierten Leitstelle,  in monatelanger Planung vorbereitet haben, könnte so oder so ähnlich jederzeit tatsächlich in der Messe- und Konzerthalle passieren:

"In der Sparkassenarena findet eine Veranstaltung einer fiktiven Firma statt. Der Event von beginnt mit Ansprachen der Firmenleitung und Ehrungen verdienter Mitarbeiter/innen um 11.00 Uhr. Es sind ca. 60-70 Personen anwesend. Diesen Besuchern wird eine Gala - Show verschiedener Darsteller-Gruppen gezeigt, die Gäste feiern in der Halle frenetisch mit und geraten schier außer Rand und Band.  Die Versorgung von Gästen und Darstellern erfolgt durch einen Catering-Service,  der beauftragt ist, die Bewirtung vorzunehmen und die Speisenzubereitung und -ausgabe innerhalb der Halle bzw. in den anschließenden Räumlichkeiten inklusive mehrerer Vergnügungsbars vorzunehmen. Entgegen ausdrücklichen Auflagen werden zum Warmhalten der Speisen jedoch gasbetriebene Vorrichtungen verwendet, weil die elektrische Warmhalteanlage am Vorabend ausgefallen, eine kurzfristige Ersatzbeschaffung nicht möglich war und sich die Cateringfirma die Einnahmen nicht entgehen lassen wollte.

Kurz vor 13.00 Uhr kommt es aufgrund der Erschütterungen der enthemmt herumtobenden Personen zu einer Destabilisierung der Konstruktion der Bühne. In der Folge hält die Bühne den Belastungen nicht mehr Stand und stürzt gegen 13.00 Uhr zusammen. Durch in Panik geratene Angestellte des Cateringservice kommt es zu Beschädigungen an einem der Gasbrenner und zu einer heftigen Explosion mit nachfolgendem Brand im unmittelbar angrenzenden für die Speisenausgabe vorgesehenen Bereich, der sich rasch ausbreitet. Dabei werden ca. 25 – 30 Personen schwer und mittelschwer und etwa die gleiche Anzahl leicht verletzt."

Innerhalb weniger Minuten nach Beginn der Übung waren die Ersten der insgesamt 203 Einsatzkräfte vor Ort. Sofort begann die Erkundung der Lage und die Sichtung der ersten Verletzten. Während die Feuerwehrkräfte die Brände im vorderen Bereich der Veranstaltungshalle und des Foyers bekämpften und die verletzten Personen aus diesem Bereich retteten, übernahmen Einsatzkräfte des THW die Rettungsmaßnahmen den Teil der Halle, der an der Niedermayerstraße liegt. Im weiteren Verlauf der dreistündigen Übung wurden 62 verletzte und vermisste Personen aus der Sparkassenarena gerettet und in einem vor Ort errichteten Behandlungsplatz nach Priorität medizinisch betreut und für den Abtransport in die umliegenden Kliniken vorbereitet.

Die Einsatzübung wurde durch die Stadt Landshut und die Landshuter  Messe- und Ausstellungs- GmbH unterstützt. Eine große Anzahl Gäste und Interessierte aus Politik, Behörden, Polizei, Feuerwehrführungskräfte des Landkreis begleiteten die Übung.

Das THW Landshut unterstütze die Einsatzübung im Vorfeld beim Aufbau des Trümmerbereiches mit EGS-Teilen und einigen pyrotechnischen Einlagen durch die Fachgruppe Sprengen.

Bericht: Michael Saller, Stefan Huber
Bilder: Stefan Huber; Michael Ebner