"Wir machen die Nacht zum Tag"
Am vergangenen Wochenende trafen sich die bayerischen THW-Experten für Licht und Beleuchtung im Ortsverband Landshut zum Erfahrungsaustausch innerhalb ihres Fachgebietes.
Diese jährlichen Treffen im Rahmen der Ideellen Spezialisierung dienen neben dem gegenseitigen Kennenlernen der Führungskräfte innerhalb artgleichen Fachgruppen im Landesverband Bayern vor allem zum Erfahrungsaustausch und Erkennen von notwendigen Erweiterungen der Ausstattung und Einsatzoptionen. Einsätze im Katastrophenschutz lassen sich zeitlich so gut wie nie planen und daher finden diese häufig auch nachts statt. Daher ist das Credo der Fachgruppen Beleuchtung des THW "Wir machen die Nacht zum Tag" und erleichtern so den Kameraden der Bergungsgruppen und anderen Fachgruppen sowie anderen Einsatzorganisationen ihre Aufgaben mit einer guten Beleuchtung der Einsatzstelle.

Bevor es für die Fachleute in diesem Jahr an den runden Tisch ging, wurde eine großangelegte Übung in den Abendstunden des Freitag durchgeführt. Wie hoch die Motivation der Spezialisten ist, zeigt die Teilnahme von 10 der 16 bayerischen Fachgruppen, die zum Teil mehrere Stunden Anfahrt in Kauf nahmen, um pünktlich um 18 Uhr in die Übung starten zu können. An verschiedenen Örtlichkeiten im gesamten Stadtgebiet Landshut verteilt, stellten sich unterschiedliche Einsatzszenarios, die zum täglichen Aufgabengebiet der Fachgruppen Beleuchtung im THW gehören, zur Lösung. Die Fachgruppen aus den Ortsverbänden Freising, Füssen, Landshut, München-West, Neumarkt/Opf., Nürnberg, Pegnitz, Roding, Roth und Würzburg wurden durch die beiden Ortsverbänden aus dem Geschäftführerbereich Mühldorf mit einer starken Beleuchtungskomponente auf örtlicher Gefahrenabwehr Mühldorf und Traunreut ergänzt.

Die zu lösenden Aufgaben bei der Übung stellten sich aus dem täglichen Brot der Lichtspezialisten des THW zusammen. So galt es eine Einsatzstelle nach einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzen in einem Waldstück auszuleuchten, den Bau eines behelfsmäßigen Fußgängerüberganges durch zwei Bergungsgruppen über die Flutmulde in den Nachtstunden genauso zu unterstützen wie die Suchaktion einer Polizeihundestaffel auf einem unübersichtlichen Firmenaußengelände. Die weiteren Stationen waren die Sicherstellung des 24-Stundenbetriebs einer Fahrzeugdekontaminationsschleuse und der Betrieb eines Bereitstellungsraumes sowie die Ausleuchtung einer Einsatzstelle zum Aufbau einer Ölsperre durch die Fachgruppe Wassergefahren im Isarkanal.

Ein Einsatzschwerpunkt der Fachgruppen wird der G7 Gipfel in Elmau im kommenden Jahr sein. Auch zu dessen Vorbereitung diente die diesjährige Ideelle Spezialisierung, denn der Betrieb von Bereitstellungsräumen, die Ausleuchtung von Großflächen, Hubschrauberlandeplätzen gehört zu den Hauptaufgaben, welche zum Teil bei den jährlichen Zeltlagern der THW-Jugend beübt werden.

Am Samstag folgte dann der theoretische Teil mit den Berichten aus der Facharbeitsgemeinschaft (FAG) Elektro/Beleuchtung, dem Autorenteam für die Ausbildungsunterlagen Beleuchtung sowie mit den Berichten der Tätigkeiten der bayerischen Fachgruppen Beleuchtungen. Im Vordergrund der Veranstaltung stand jedoch der Erfahrungsaustausch unter den Fachgruppen.

Die Organisation der gesamten Veranstaltung wurde zusammen mit der für die Beleuchtungsgruppen zuständigen Patengeschäftsstelle Nürnberg durchgeführt. Begleitet wurde die Veranstaltung durch den Landesverband Bayern und unterstützt durch den Ortsverband Ergolding.

Bericht: Michael Ebner, Stefan Huber
Bilder: Matthias Simbürger (OV Ergolding), Georg Schuster (Gst. Nürnberg),  Paul Emmler jun., Christoph Payer, Stefan Huber