Ausnahmefall: Landshuter Hochzeit
Beim Jahresempfang des THW blickte man auf ein ereignisreiches Jahr zurück
„Das THW vereint technische Kompetenz und Hilfsbereitschaft in einer Zeit, in der Egoismus beinahe selbstverständlich ist“, brachte es Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner in seiner Rede anlässlich des Jahresempfangs
des THW am Freitagabend auf den Punkt. Neben ihm richtete auch Ortsbeauftragter Michael Saller einige Worte an die Gäste und blickte auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück. Besonders ging er dabei auf die Arbeit des THW während der 41. Aufführung der Landshuter Hochzeit ein.

„Sowohl für Vorbereitungen, wie Beleuchtungsproben auf dem Turnierplatz oder die Absicherung von Probeumzügen der Reitergruppen, als auch während der vier Festwochenenden waren wir ständig im Einsatz“, sagte Saller.
Unterstützt wurde der Ortsverband Landshut dabei von vielen Helfern und 53 weiteren Ortsverbänden. Das entspricht beinahe der Hälfte aller Ortsverbände in ganz Bayern. Der Dienst an den vier Festsonntagen begann bereits um 6 Uhr morgens.
Beispielsweise das sogenannte Seilkommando, das für das Auslegen des fast vier Kilometer langen Absperrseils entlang der Zugstrecke verantwortlich war, bereitete sich zu dieser Uhrzeit auf seinen Einsatz vor. Und auch das Aufstellen der Film- und Fernsehkanzeln war Aufgabe des THW. Nicht selten blieben einige der Helfer für die Zuschauer unerkannt: Nicht nur in blauer THW Uniform, sondern auch unter den Kostümierten waren einige THW Mitarbeiter unterwegs. Während der Festumzüge mussten sie ihren Dienst jedoch zwangsweise quittieren: „Die Ledertaschen sind einfach zu klein für das Funkgerät.“ Marc- André Ciesiolka war einer von ihnen. Der langjährige Jugendleiter weiß, was es bedeutet Helfer und gleichzeitig Kostümierter zu sein. Als Pferdeführer des polnischen Adels war er an allen vier Festzügen beteiligt. „An diesen Tagen muss man die Verantwortung, die man sonst als THW-Helfer hat, bewusst abgeben und sich auf den Umzug konzentrieren. Man darf nicht darauf warten, dass eventuell etwas passieren könnte, während man
nicht im Dienst ist“, erzählt er im LZ-Gespräch. Dabei sei es besonders beruhigend, dass man überall von Kollegen umgeben ist, die die Lage überblickten. Länger als er bei der Landshuter Hochzeit dabei ist, ist Ciesiolka allerdings schon Mitglied des THW. Von 2000 bis 2017 war er außerdem als Jugendleiter tätig. Die Jugend – darin waren sich Ciesiolka und auch Michael Saller einig – sei das Steckenpferddes Technischen Hilfswerks.

Auch die Geehrten Sarah Forster, Jan Simnacher und Felix Tomschi waren seine Schützlinge. „Es ist spannend, die Entwicklung der Jugendlichen mit anzusehen“, so Ciesiolka. Anfangs versuche man, den jungen Mitgliedern spielerisch
etwas beizubringen. „Bei vielen Übungen können sie beispielsweise eine Verbindung zum Physik-Unterricht ziehen. Das ist sehr hilfreich“, sagt der ehemalige Jugendleiter. Schon seit jeher ist der Jugendanteil des THW Landshut sehr groß. Außerdem sei man der erste Ortsverband, der schon sehr früh Mädchen mit dabei hatte. Die aktuell rund 50 jugendlichen Mitglieder kämen auf durchschnittlich 400 aktive Stunden im Jahr zurückblicken. „Manche sind besonders motiviert und arbeiten sogar 600 oder 800 Stunden.“Doch nicht nur die Jugend stand am Freitag im Vordergrund. So konnten in diesem Jahr sogar zwei THWler für 50 und 60 Jahre „für die Verdienste, die Treue und die stete Einsatzbereitschaft“ geehrt werden, wie es auf den Ehrenurkunden heißt.

Bericht: Franziska Hofmann, Landshuter Zeitung 05.03.2018
Bilder: THW Landshut