"Emma" rodete Kasernenberg
Orkanböen beschädigten Autos, knickten Bäume ab und verletzten Vierjährigen. Das Orkantief Emma hat am Samstag eine Schneise der Verwüstung durch die Stadt geschlagen. Am schlimmsten erwischte es den Landshuter Osten: Die Windhose ließ Bäume wie Streichhölzer abkicken und deckte Häuser ab. Am Kasernenberg wurden vier Autos von umstürzenden Bäumen beschädigt. Dabei wurde ein vierjähriger Junge aus dem Landkreis verletzt. An der Waldkirchener Straße wurde das Dach einer Sporthalle beschädigt. Die rund zehn Personen in der Halle blieben unverletzt.

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 115 Stundenkilometer fegte das Sturmtief mit heftigen Regen und Hagel gegen 9.30 Uhr über die Stadt hinweg. 250 Notrufe zählte die Polizei-Einsatzzentrale in den ersten Minuten. Den Helfern von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk (THW), BRK und Polizei bot sich vor allem im Osten ein Bild der Verwüstung: "Emma" hatte den unteren Kasernenberg beim Rakocziwasserl gerodet. Kaum ein Baum konnte den Böen standhalten. Mehrere Bäume fielen quer über die Fahrbahn und beschädigten vier Autos und Ampeln zum Teil erheblich. Die B299 war mehrere Stunden lang gesperrt.

Franz Leipold stand gerade mit seinem Renault an der Kasernenkreuzung an der roten Ampel, als ein umgeknickter Baum und eine Ampel auf sein Auto krachten. Es grenzt fast an ein Wunder, dass er mit dem Schrecken davonkam: "Ich kann heute meinen Geburtstag feiern", sagte er eine Stunde später noch völlig verdattert. Es sei alles so schnell gegangen. Noch zwei Minuten vorher sei nur der Wind ein wenig gegangen. In einem der drei anderen beschädigten Autos wurde ein Vierjähriger verletzt: Nach ersten Erkenntnissen erlitt er eine Fraktur des rechten Daumens.

Auch die Konrad-Adenauer-Straße war mehrere Stunden gesperrt: Auf Höhe der Erlöserkirche versperrte ebenfalls ein abgebrochener Baum die Fahrbahn. In der Siemensstraße fiel ein umstürzender Baum auf einen vorbeifahrenden Lastwagen. Das Dach des Lastwagens wurde eingedrückt, der Fahrer blieb unverletzt. In Mitleidenschaft wurde auch der Aufbau der Umweltmesse gezogen. Der Wind riss nicht nur diverse Werbeplakate davon, sondern beschädigte auch Zeltteile. Wie Umweltzentrums-Vorsitzender Rudolf Schnur am Samstag sagte, sei noch unklar, ob das Schmankerlzelt pünktlich zur Eröffnung fertig werde.

Die Hilfskräfte waren bis in die Abendstunden im Dauereinsatz. Die rund 100 Feuerwehrleute aus sieben Löschzügen hatten Einsätze in fast allen Stadtvierteln - vom Kasernenberg bis zum Nordfriedhof. Dort hatte der Orkan ebenfalls Bäume entwurzelt. Das THW war mit 45 Helfern im Einsatz; sie wurden unter anderem in den Isarweg gerufen: Dort war die Stromleitung der Straßenbeleuchtung abgerissen. Zudem entluden die Helfer an der Waldkirchener Straße den Aufleger eines Lastwagens, der vom Wind erfasst und zur Seite geworfen worden war.

Ebenfalls an der Waldkirchener Straße fuhr eine heftige Böe in das Dach einer Sporthalle. Der Wind drückte die innere Decke nach unten. Die Styropor-Platten fielen laut Polizei auf einer Fläche von 100 Quadratmetern herab. Das niemand verletzt wurde, ist ein glücklicher Zufall: Die rund zehn Personen waren gerade im hinteren Teil der Halle. Laut Polizei ist die Tragfähigkeit des Daches nach ersten Erkenntnissen nicht beeinträchtigt; der Sportbetrieb wurde aber vorsorglich eingestellt.

Sigrid Hagl

Bericht: Landshuter Zeitung 03.03.2008
Bilder: Landshuter Zeitung 03.03.2008; Stefan Huber (THW)