Bayerns bester Ortsverband
THW-Jahresempfang: Landshuter Helfer engagieren sich überdurchschnittlich. "Landshut war lange Zeit der größte Ortsverband und ist noch immer Bayerns bester": Ausschließlich lobende Worte hatte der Landesbeauftragte des Technischen Hilfswerk (THW), Dietmar Löffler, an Freitagabend beim Jahresempfang in der THW-Unterkunft. Die Schlagkräftigkeit des Landshuter Ortsverbands belegte Ortsbeauftragter Rudolf Skalitzky in seinem Jahresrückblick mit Zahlen: Im Schnitt leistete jeder aktive Helfer im vergangenen Jahr 270 Stunden Dienst - das sind rund 35 Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt aller Ortsverbände.

"Dieses Engagement jedes Einzelnen ist die Grundlage unserer Leistungsfähigkeit", sagte Skalitzky. Nur sie machen es möglich, dass bei den verschiedensten Notfällen schnell Hilfe zur Stelle sei: etwa beim Sturm "Kyrill" und ein Jahr später bei "Emma", bei einem tragischen Unfall im Juli auf der A92 mit drei Toten und zwei Schwerverletzten, bei der Bergung eines Sportfliegers aus einem Baggersee in Straubing. Es sind aber längst nicht nur Katastrophen und Unfälle, bei denen das THW hilft: Zu den "spektakulärsten Einsätzen" zählte Skalitzky den Transport eines Audi-Prototypen über die fast 20 Meter lange Treppe in den Weinkeller der Burg Trausnitz. Die Audi-Ingenieure hätten dies für unmöglich gehalten, das THW aber habe es bewerkstelligt. Zudem dichtete das THW das Dach der Eishalle ab, damit die Inline-Hockey-WM stattfinden konnte, sperrte die Straße bei der Deutschlandtour und lenkte die Enten beim Entenrennen in die richtigen Bahnen. Von all diesen Einsätzen seien die Helfer ohne größere Blessuren und Verletzungen nach Hause gekommen, sagte Skalitzky. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 3047 Einsatzstunden zusammen. All das kann das THW nur durch eine gute Ausbildung leisten: von der Basisausbildung - bis hin zu Fachlehrgängen wie Bootsführer oder Bergungsräumgerätefahrer. Um schlagkräftig zu bleiben, trainieren die THW-Helfer ihren Ausbildungsstand regelmäßig - im vergangenen Jahr beispielsweise bei einer Großübung in der "Isarsauna". Auch für die THW-Jugend gibt es regelmäßige Ausbildungen, um die jungen Mitglieder an die Technik des THW heranzuführen.

"Ehrenamtliche pflegen"

Der THW-Ortsverband hat derzeit 316 Helfer - davon sind 111 Aktive und 73 Junghelfer. Viele engagieren sich seit Jahren für das THW, wie die Ehrungen zeigten. Zudem berief Löffler Rudolf Skalitzky zum THW-Ortsbeauftragten und Michael Saller zu seinem Stellvertreter; damit wurde die Wiederwahl der beiden im Januar bestätigt. Die Berufungsurkunde als Jugendbetreuer erhielt Christoph Langmeier.

"Rudolf Skalitzky muss bei dieser großen Anzahl von jungen Frauen und Männern von der Zukunft nicht bange sein", sagte Oberbürgermeister Hans Rampf. Stadt und Staat seien gut dabei beraten, verstärkt auf die freiwilligen Helfer zu achten und sie zu pflegen. Denn durch die Klimaveränderungen, die vermehrt Stürme und Hochwasser mit sich bringe, werde man verstärkt auf die freiwilligen Helfer und Institutionen zurückgreifen müssen. In diesem Zusammenhang hob Rampf die gute Vernetzung der Landshuter Hilfsorganisationen hervor. Wie gut diese zusammenarbeiten, zeigten auch der gute Besuch des Jahresempfang´s und eine Plakataktion: Darauf reichen sich unter dem Titel "Gemeinsam helfen - Hand in Hand je ein Mitglied von THW, Polizei, Feuerwehr, Maltesern, und BRK die Hände.

Immer im Einsatz: Ehrungen für Helfer

Mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz wurde Bernhard Herrndobler, Hans Schmidbauer und Markus Brunner geehrt. Mit dem Helferzeichen in Gold wurden ausgezeichnet: Felix Schwaiger, Tobias Sturm, Andres Pichl und Rainer Göbl. Die THW-Plakette erhielt der Feuerwehrseelsorger, Diakon Andreas Maier. Ebenfalls eine Auszeichnung erhielt Dr. Rüdiger Schmidt stellvertretend für die Firma Bosch-Druck, die einen Mitarbeiter für Einsätze freistellt und das THW bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Erich Kollmeder wurde für seine 50-jährige THW-Zugehörigkeit geehrt. Seit 25 Jahren ist Friedrich Fischer Mitglied. Seit 20 Jahren gehört Bernhard Herrndobler dem THW an. Urkunden für zehn Jahre THW-Zugehörigkeit bekamen Florian Birkenseher, Marc-Andre´ Ciesiolka, Christoph Kolbeck und Michael Wiesheu.

Sigrid Hagl

Bericht: Landshuter Zeitung 17.03.2008
Bilder: Michael Ebner (THW), Stefan Huber (THW)