"Da war irgendwie ein Segen drauf"
260 Pilger nahmen an der 20. Wallfahrt nach Altötting teil. "Die Wallfahrt lebt." So lautete gestern Nachmittag das Fazit von Pilgerleiter Günther Fries, der bei der Wallfahrt nach Altötting mit 260 Teilnehmern einen neuen Rekord verzeichnen konnte. Besonders erfreut war Fries, dass auf der 65 Kilometer langen Strecke nichts Ernsthaftes passiert ist und das Wetter mitgespielt hat.
Um die Zukunft seiner Wallfahrt braucht sich Fries nach der 20. Auflage seit ihrer Wiedereinführung 1989 keine Sorgen machen. Der Pilgerleiter sprach gestern von einer der schönsten Wallfahrten, die er erlebt hat. Das Wetter sei perfekt gewesen. Das Pilgern sei ruhig und harmonisch verlaufen. Alles sei optimal gelaufen: "Da war irgendwie ein Segen drauf." Großes Lob zollte Fries den Mitgliedern von Technischem Hilfswerk, Bayerischem Roten Kreuz und Feuerwehr sowie der Polizei. Sie hätten dafür gesorgt, dass der Pilger-Zug sicher unterwegs war. Die hohe Pilgerzahl - 130 Frauen und 130 Männer - führt Fries auf einen Generationenwechsel zurück. "Da rücken jetzt die Jungen nach." Die Motive, sich auf den langen Weg zu machen, seien vielfältig. Während es den einen darum gehe, in sich zu gehen und Buße zu tun, reize die anderen die sportliche Herausforderung. Das traditionelle Motiv sei Fries zufolge bei den Teilnehmern zwischen 20 und 40 Jahren allerdings seltener zu finden: "Die gehen seltener mit, weil sie ein Versprechen einzulösen haben."
Die Pilger machten sich nach einer Aussendungsandacht in St. Martin am Samstag um 15 Uhr auf den Weg - zunächst noch angeführt von der Stadtkapelle. Geistlicher Schirmherr Stiftspropst Monsignore Bernhard Schömann und weltlicher Schirmherr Oberbürgermeister Hans Rampf verabschiedeten die Pilger in der Alten Bergstraße. Unterbrochen von diversen Pausen, in denen sich die Wallfahrer unter anderem mit Tee, Kaffee, Rohrnudeln und Rindfleischsuppe stärkten, wanderten die Pilger durch eine "sternenklare Nacht", sagte Fries. Am Sonntag gegen 9 Uhr erreichten die Wallfahrer schließlich den Altöttinger Kapellplatz und erlebten den festlichen Gottesdienst in der Magdalena-Kirche.
Nur 30 der Pilger hielten den Strapazen nicht stand und stiegen in den Bus um. Dr. Rupert Fendl, der den Zug als Arzt begleitete, sprach von normalen Vorkommnissen. Die meisten Betroffenen hatten zu wenig getrunken, wurden von Fußblasen gedrückt oder waren einfach erschöpft.
Für Günther Fries, der als Motivator im Pilgerzug mal vorne, mal hinten unterwegs war, verging die Zeit bis nach Altötting schnell. Wenn man sich nicht mit seinen Mitpilgern unterhalte, gebe man sich dem Singsang der Rosenkranzgebete hin: "Irgendwann vergisst man dann, sich Gedanken über die eigenen Gebrechen zu machen."

Andrea Königl

Bericht: Landshuter Zeitung 04.05.2008
Bilder: Landshuter Zeitung