Nur bei der Ruderregatta war es nass
Wetterglück und Wettkämpfe: 140 Teilnehmer bei Jugendlager der THW-Ortsgruppe. Normalerweise trainiert das Technische Hilfswerk (THW) auf seinem Übungsgelände am Stadtrand Hilfseinsätze bei verschiedenen Ernstfällen. In den vergangenen Tagen dagegen verwandelte sich das Areal in Duniwang in eine kleine Stadt: mit Wohnungen in Form von 13 Wohn- und Aufenthaltszelten, mit Sportplatz, mit einem Bürgermeister, einem Sanitäter, einem Wirtshaus und einer "Lager-Zeitung". 140 Jugendliche und Betreuer von acht bayerischen THW-Jugendgruppen waren von Donnerstag bis Sonntag in Landshut zu Gast und maßen sich in sportlichen Wettkämpfen.
Das THW betreibt eine aktive Jugendarbeit. Spielerisch werden die jungen Helfer, die in eigenen Vereinen organisiert sind, an das Hilfswerk und seine Technik herangeführt. Einen Beitrag dazu leistet das Jugendlager, wenngleich bei diesem Spiel und Spaß im Vordergrund stehen und Freundschaften gepflegt beziehungsweise geknüpft werden. Es war das dritte Jugendlager im Geschäftsführerbereich Mühldorf, zu dem Ortsgruppen in Stadt und Landkreis Landshut sowie den Landkreisen Rottal-Inn, Altötting, Mühldorf, Traunstein und Berchtesgadener Land gehören.
Es war ein hartes Stück Arbeit, bis sich das Übungsgelände von einer Schlammlandschaft in einen Zeltplatz verwandelt hatte, sagte Geschäftsführer Helmut Königbauer: Bis zur letzten Minute hätten die Mitglieder der Ortsgruppe auf dem Areal gearbeitet. Für das Jugendlager hatte die Ortsgruppe ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Die jungen Leute zwischen zehn und 17 Jahren besichtigten die Burg Trausnitz und maßen sich in Wettkämpfen vom Hufeisenwerfen über ein Fußballturnier und Kistenstapeln bis zu einem Spiel ohne Grenzen. Außerdem gab es eine Ruderregatta mit Einsatzschlauchbooten im Gretlmühle-Surfweiher. Die Ergebnisse dieser Regatta würden allerdings immer schlechter, sagte Königbauer. Das liege wohl daran, dass zu viel Motorboot gefahren werde.
Die Abende verbrachten die Jugendlichen und ihre Betreuer am Lagerfeuer oder mit einem Karaokeabend. In der ersten Nacht hatten sie zudem ungebetenen Besuch von anderen Jugendgruppen, die die THW-Fahne stehlen wollten. Am Samstagabend wurden die Sieger der Wettkämpfe gekürt. Dabei schnitten die Ortsgruppen aus Landshut, Simbach, Traunreuth und Berchtesgadener Land am besten ab.

Bei der Pokalübergabe lobten Bundestagsabgeordneter Dr. Wolfgang Götzer, Stadträtin Dr. Anna-Maria Moratscheck, Landtagsabgeordnete Ingeborg Pongratz (alle CSU), stellvertretender Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) und Stadtjugendrings-Vorsitzender Stefan Gruber die "großartige THW-Jugendarbeit". Das THW sei eine unverzichtbare Säule der Gefahrenabwehr im In- und Ausland, sagte Götzer. Erst am Samstag sei der Einsatzbefehl für China gekommen. Dass dem THW auch für die Zukunft nicht bang sein müsse, beweise das Jugendlager.
Gestern Mittag reisten die 140 Gäste ab. "Die Stimmung war sehr gut", sagte THW-Sprecher Stefan Huber am Samstagabend bei der Preisverleihung der unterschiedlichen Wettkämpfe. Und so fiel es vielen Jugendlichen schwer, am Sonntagmittag voneinander Abschied zu nehmen . Dazu trug das Wetter bei: Während es bei den ersten beiden Treffen im Berchtesgadener-Land regnete, wurden die Jugendlichen in Landshut nur bei der Ruderregatta nass.

Sigrid Hagl

Bericht: Landshuter Zeitung 26.05.2008
Bilder: Stefan Huber (THW)