Jahresempfang beim Technischen Hilfswerk

Die Finanzlage ist angespannt. Ortsbeauftragter Rudolf Skalitzky fordert mehr Unterstützung vom Bund. Die Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) haben im vergangenen Jahr 37890 Stunden Dienst geleistet. Für den Ortsverband sei dies ein durchschnittliches Jahr, sagte dessen Chef Rudolf Skalitzky beim Jahresempfang am Freitag.

Damit liegen die Landshuter aber immer noch rund 15 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Skalitzky, der auch Landessprecher der Organisation ist, verknüpfte diese Leistungsbilanz mit der Forderung an die Bundesanstalt, die entsprechenden Finanzmittel locker zu machen, ohne die die Arbeit nur schwer zu bewältigen sei.

Die finanzielle Lage des THW, dessen Arbeit nicht nur in Politikerreden oft und gerne gelobt wird, bezeichnet Skalitzky beim Jahresempfang als angespannt. Zwar bekomme das Hilfswerk auch dem Konjunkturprogramm II bundesweit um die 28 Millionen Euro, um neue Fahrzeuge zu beschaffen. Statistisch bedeutet dies aber, dass nur jeder dritte Ortsverband ein neues Fahrzeug bekomme. Unter dem Lach der Zuhörer sagte der Ortsbeauftragte ironisch : „Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge im THW wird damit wieder knapp unter 25 Jahre fallen.“

Positiv hob Skalitzky hervor, dass der Ortsverband seit Anfang des Jahres ein neues Zugtruppfahrzeug hat. Und erinnerte daran, dass das Atomkraftwerk Ohu dem THW einen Kombi überlassen hat. Unter dem Strich bleibe die Lage aber angespannt. Wenn man die Fixkosten für die Unterkunft an der Alten Regensburger Straße hinzurechne, seien die Selbstbewirtschaftungsmittel für dieses Jahr aufgebraucht.

Als positiv stufte Rudolf Skalitzky auch die neu geschaffene Fachgruppe Sprengen mit ihrem Lehrsprengmeister Alois Müller ein. Wer dort teilnehmen möchte, muss üben, üben und nochmals üben. Das gilt im Übrigen für alle Männer und Frauen des THW, die sich, um den stets sich wandelnden Anforderungen gerecht zu sein, regelmäßige fortbilden.
Etwas Glück, vor allem aber eine gute Ausbildung seien dafür verantwortlich, dass alle Einsätze ohne größere Blessuren über die Bühne gegangen seien, sagte Skalitzky. Als Ausbildungs-Beispiele nannte er etwa eine zweitägige Großübung im Chemiepark Gendorf, eine Hochwasserübung mit den Landkreisfeuerleuten in Bruckberg, eine große Übung auf der Burg Trausnitz mit der Stadtfeuerwehr und den Kollegen vom Roten Kreuz. Auch international waren THW-Leute aktiv, etwa bei einer Erdbebenübung in Tirol.

Kurse und Übungen kosten Geld. Geld, das oft von Förderverein kommt, der die finanzielle Lücken stopft, die der Bund hinterlässt. In diesem Zusammenhang dankte der Ortsbeauftragte unter Beifall Ernst Eck vom Förderverein. Im vergangenen Jahr leiteten THW-Helfer 37890 Arbeitsstunden. Dazu Rudolf Skalitzky: “Dieses Engagement ist die Grundlage unserer Leistungsfähigkeit.“ Der bewegendste Einsatz sei der nachdem Verkehrsunfall im September auf der Veldener Straße gewesen, bei dem zwei Menschen starben. Als spektakulär bezeichnete Skalitzky einen Einsatz im Dezember in Bruckberg. Bei der Explosion einer Gasflasche war ein Haus fast vollständig zerstört worden.

Bevor THW-Geschäftsführer Helmut Königbauer mit Rudolf Skalitzky Mitglieder ehrte, würdigte er das Konjunkturpaket II. Seinen Dank verband er mit der Bitte an den Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Götzer (CSU), der unter den Zuhörern saß, das neue THW-Gesetz in Sinne des bayerischen THW-Chefs und CSU-Kollegen Stephan Mayer zu unterstützen.

Oberbürgermeister Hans Rampf beschäftige sich ebenfalls mit dem Konjunkturpaket II. Es sei zwar ein laues Lüftchen, immerhin habe man aber an die Ehrenamtlichen gedacht. Die Ehrenamtlichen beim THW gehören zu den Leuten, die dazu beitürgen , „dass unsere Gesellschaft funktioniert“. Sein Dank galt auch den Arbeitgebern, die Mitarbeiter für ihr THW-Engagement freistellen.

Landshuter Zeitung 06.04.2009