THW-Taucher bergen alte Luitpoldbrücke
Das „Geschenk“ anlässlich des 80. Geburtstags von Prinzregent Luitpold lag jahrzehntelang im trüben Wasser der Isar. Bedeckt von Schlamm und Matsch rostete es langsam vor sich hin. Längst war es vergessen worden, nicht einmal der Landshuter Stadtarchivar Gerhard Tausche wusste von seiner Existenz. Darum war die Überraschung groß, als jetzt Taucher des Technischen Hilfswerks bei einem Übungstauchgang Reste des eisernen Monstrums wiederentdeckt haben. Die Rede ist von der alten eisernen Luitpoldbrücke, die am 12. März 1901 zu Ehren des Monarchen an dessen Geburtstag eingeweiht und „Prinzregent Luitpold-Brücke“ getauft wurde. Sie hatte damals die alte, im Jahr 1543 erbaute hölzerne Brücke ersetzt. Ende April 1945 wurde das Bauwerk von den Nazis vor den anrückenden amerikanischen Streitkräften gesprengt und versank in Vergessenheit – bis jetzt.
Wie Tausche erklärt, hätten einige Landshuter Bürger damals noch versucht, die Sprengung zu verhindern. Die mutigen Bürger kappten die Zündschnüre. Doch die Sabotage wurde von den Nazis entdeckt und die Sprengladungen mit neuen Zündern versehen. Am Montag, 30. April 1945, gab es dann mehrere gewaltige Detonationen. Überall waren im Stadtgebiet die Brücken in die Luft gejagt worden, um die anrückenden Amerikaner aufzuhalten. Die Wucht der Explosionen war so stark, dass zahlreiche Häuser beschädigt wurden. Aufhalten konnte die verzweifelte Maßnahme die US Army nicht. Am 1. Mai 1945 übernahm sie kampflos die Stadt.

Im Oktober 1949 wurde dann eine Notbrücke über die Isar errichtet, gleichzeitig mit einem Neubau begonnen. Der wurde am 23. Mai 1951 eingeweiht, die alte Brücke – und damit ein Stück Landshuter Geschichte – geriet in Vergessenheit. Vor einigen Tagen tauchten Reste der alten Brücke dann aus dem trüben Wasser der Geschichte wieder auf. Die Überraschung bei den Tauchern – und bei Historikern – war natürlich groß. Kaum jemand hatte gedacht, dass noch Reste der Brücke erhalten sind. Schließlich waren Rohstoffe nach Ende des Krieges knapp und Alteisen wurde so weit wie möglich verwertet. Offensichtlich aber wurden einige Trümmer übersehen.
Die am besten erhaltenen Stücke sollen jetzt von den THW-Tauchern geborgen werden. Geplant ist die aufsehenerregende Aktion für den heutigen Mittwoch. Der Bayerische Rundfunk will laut Auskunft des THW in einer Live-Schaltung von dem Ereignis berichten. Die Bergungsaktion beginnt ca. ab 15 Uhr.
Alexander Schmid