Knapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt

Hochwasseralarm in Altheim – Rund 350 Helfer kämpften um Hab und Gut

Am Donnerstag Nachmittag stieg der Wasserpegel des Feldbaches im Industriegebiet Altheim derart an, dass die Lagerhallen einer Firma in der Landshuter Straße einen halben Meter tief unter Wasser standen. Die Integrierte Leitstelle Landshut alarmiert um 14.48 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Altheim, um das Areal auszupumpen.

Durch die ständig steigenden Wassermassen wurden innerhalb kurzer Zeit auch die angrenzende Viehvermarktungshalle überflutet und Wohnhäuser sowie Gewerbebetriebe, unter anderem ein Getreide- und Düngemittellager massiv gefährdet.

„Teilweise standen Bereiche bis zu zwei Meter tief unter Wasser“, berichtet die Feuerwehr Altheim. Die Einsatzleitung und Kreisbrandrat Thomas Loibl, Kreisbrandinspektor Karl Hahn, Kreisbrandmeister Hilgärtner und Kommandant Schwimmer entschied sich schnell, weitere Kräfte zur Bewältigung der Schadenslage nachzufordern.

Viele Pumpen im Einsatz

Mit zahlreichen starken Pumpen konnte der Wasserspiegel stabil gehalten werden, unter anderem wurden auch Großpumpen vom Kernkraftwerk Isar und dem THW eingesetzt. Um die nachfließenden Wassermassen aufzuhalten, musste im Zusammenarbeit im dem THW und einem „Fachberater Deich“ ein 100 Meter langer Sandsackdamm errichtet werden. Die dafür benötigten über 3000 Sandsäcke wurden im Bauhof Essenbach und im THW Landshut manuell gefüllt und nach Altheim gebracht.

Wohnhaus unter Wasser

Zwei Wohnhäuser im direkten angrenzenden Marktgebiet Ergolding mussten ebenfalls mit Sandsackdämmen geschützt werden, ein Wohnhaus konnte nicht mehr rechtzeitig abgeschottet werden und stand bereits unter Wasser. Ein Schaden in weiteren Gebäuden und Gewerbebetrieben konnte durch personalintensiven Großeinsatz verhindert werden. In den späten Abendstunden setzte der Dauerregen aus und der Wasserstand des Feldbaches ging langsam zurück.

An der Einsatzstelle waren 19 Freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Landskreis Landshut und die Ortsverbände des Technischen Hilfswerk (THW) Ergolding und Landshut mit zusammen 62 Einsatzfahrzeugen und über 350 Einsatzkräften, sowie das Landratsamt Landshut und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung eingesetzt.
Während des ganzen Einsatzes stellten die beiden THW-Ortsverbände Landshut und Ergolding neben insgesamt 78 Einsatzkräften auch eine Fachberater der als Verbindungsmann zur Einsatzleitung der Feuerwehr fungierte auch noch zwei Hochwasserspezialisten (Fachberater Deich/Sandsackverbau).

Für die Transportkapazität stellte das THW drei LKW-Kipper, einen Tiefladeanhänger, einen hochwasserfähigen geländegängigen LKW mit Anbaukran sowie zwei mobile Stromaggregate mit einer Gesamtleistung vom 370 kW und mehrere Hochleistungspumpen mit einer Förderkapazität von 8000 Liter pro Minute. Insgesamt wurden vom THW 3000 Sandsäcke gefüllt und an die Einsatzstelle gebracht. In der Unterkunft des Ortsverband Landshut wurde dazu ein Sandsackfüllplatz eingerichtet.
Der Rettungsdienst vom BRK und Malteser kümmerten sich um den Sanitätsdienst und die Verpflegung. Die Staatsstraße 2074 und die Bahnlinie Landshut-Plattling waren bis in die Nacht gesperrt. Die Hilfskräfte konnten bis auf eine kleine Feuerwehreinheit, die bis Freitag morgen die Pumparbeiten weiterführte, gegen Mitternacht von der Einsatzstelle abrücken.


Landshuter Zeitung 15.01.2010