Jugendarbeit als Motivation für den Alltag
Seit November vergangenen Jahres ist Marc-Andre Ciesiolka stellvertretender Bundesjugendleiter. Damit hat er eines der höchsten Ämter der THW-Jugend bundesweit inne. Schon seit 1997 ist der 28-Jährige Mitglied. Er sei "über den Klassiker dazu gestoßen", sagt er. "Ein Freund war dabei und hat mir erzählt, wie toll es ist." Mittlerweile ist der Freund nicht mehr beim THW; Ciesiolka ist geblieben. Zuerst Jugendhelfer, wurde er 2000 Jugendbetreuer und 2002 Ortsjugendleiter. Für ihn ist die Jugendarbeit ein Ausgleich zu seinem Beruf als Einkäufer, sagt Ciesiolka. "Wenn man mit Kindern zusammenarbeitet, bekommt man das beste und ehrlichste Feedback. Sie sagen einem sofort, ob etwas passt oder auch nicht." Aus der Jugendarbeit schöpfe er Kraft und Motivation für den Arbeitsalltag.

Die Jugendgruppe in Landshut ist mit 62 Kindern, darunter 20 Mädchen, die größte in Deutschland. Und die Gruppe ist sehr aktiv, durchschnittlich sind in den vergangenen Jahren 25000 Stunden Jugendarbeit jährlich zusammen gekommen. Das bedeutet auch viel Arbeit für den Jugendleiter. Wichtig sei, so sagt Ciesiolka, dass sein Chef sein Engagement unterstütze. Ohne einen Arbeitgeber, der Verständnis für ein solches Ehrenamt aufbringe, sei dies nicht möglich.

Die nächste Zeit werde er sich in die - durchaus umfangreiche - Thematik der Gremienarbeit einarbeiten, die zukünftig auf ihn zukomme. Für drei Jahre ist er gewählt. Als Vertreter der THW-Jugend sitzt er in manchen Gremien der Bundesanstalt. Dabei gehe es um Themen wie die zukünftige Ausrichtung des THW oder auch Fahrzeugentscheidungen. "So kommt die Jugend mit an den Tisch", betont Ciesiolka. Ein "Meilenstein" sei bereits geschafft: Endlich sei das Jugendleistungsabzeichen bundeseinheitlich geregelt. "Das muss jetzt nur noch gelebt werden."

Zudem steht in diesem Jahr auch die Ausrichtung des Bundesjugendlagers in Landshut auf dem Programm. Die Planungen dafür laufen bereits: "Die grobe Detailplanung haben wir bereits abgeschlossen, jetzt geht es an die Umsetzung." Bis Ende April wisse man genau, wieviel Teilnehmer kommen. "Wir rechnen mit 3500 bis 4000 Jugendlichen." Die Schirmherrschaft habe der Bundespräsident  übernommen, der Bundesinnenminister hat sein Kommen angekündigt. Das Lager selbst werde im Messepark aufgebaut, der Wettkampf auf der Ringelstecherwiese ausgetragen. Auch in der Altstadt seien einige Aktionen geplant. "Wir, färben die Stadt blau ein", kündigt Ciesiolka an.

Eine Verbindung zwischen Jugend und Bundesanstalt

Die THW-Jugend ist die Jugendorganisation des Technischen Hilfswerks. Ziel ist, Jungen und Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren spielerisch an die Arbeit des THW heranzuführen. So lautet das Motto der THW-Jugend: "Spielend helfen lernen". Die THW-Jugend gehört jedoch nicht zur Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, sondern ist ein eigenständiger Verein. Diese Regelung wurde mit dem Hintergedanken getroffen, keine staatliche Jugendorganisation zu unterhalten. Zusammen mit dem Förderverein bilden die drei Bereiche das Fundament des THW. Deshalb sei auch die Zusammenarbeit sehr wichtig, sagt Ciesiolka. Ein Problem, dem sich das THW stellen muss, ist der Wegfall der Zivildienstleistenden. Deshalb liege der Fokus in Zukunft viel mehr auf der Jugendarbeit, beispielsweise mit Maßnahmen wie der Aktion "Raus aus dem Alltag, rein ins THW".

Neben seinem Engagement für das THW bleibe ihm nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Denn die ehrenamtliche Arbeit sei sehr zeitintensiv, auch die Wochenenden seien oft ausgebucht. Als stellvertretender Bundesjugendleiter sei er jetzt in ganz Deutschland unterwegs, unter anderem um sich in den einzelnen Landesverbänden vorzustellen. "Aber ein bisschen Sport wie Schwimmen oder Radfahren zwischendurch geht immer."

Bericht: Stefanie Platzek
Landshuter Zeitung, 04.02.2012