Landshut ganz in THW-Blau

 

Ortsverband feiert 60-jähriges Bestehen und richtet Bundesjugendlager aus

Es ist ein Jahr der großen THW-Ereignisse: Der Landshuter Ortsverband des Technischen Hilfswerks feiert heuer nicht nur 60-jährges Bestehen, er richtet im August zudem das Bundesjugendlager der THW-Jugend aus,

zu dem 4000 Jugendliche erwartet werden. Außerdem wird die THW-Helfervereinigung 30 Jahre alt. Angesichts des großen Engagements, der 44779 geleisteten Dienststunden im Jahr 2011 und der „hervorragenden Jugendarbeit“ sagte der stellvertretende Landesbeauftragte Dr. Fritz-Helge Voß am Donnerstagabend beim Jahresempfang: „Landshut ist sicher kein durchschnittlicher Ortsverband. Der Ortsverband Landshut setzt Impulse im THW.


Landshut soll heuer ganz im Zeichen des THW-Blau stehen. Einen kleinen Vorgeschmack bekamen die mehr als 200 Gäste bereits am Donnerstag beim Jahresempfang. Das Foyer der Sparkassen-Arena – in dem der Jahresempfang zur Einstimmung auf das große Ereignis stattfand – war ganz in Blau getaucht.
Der Messepark wird sich im Rahmen des Bundesjugenlagers in der ersten Augustwoche in ein großes Zeltlager verwandeln. Bis zu 4000 Jugendliche und ihre Betreuer werden erwartet, die mit 700 Fahrzeugen aus ganz Deutschland anreisen. Zentrale Veranstaltung ist der Bundeswettkampf, der auf der Ringelstecherwiese ausgetragen wird. Zudem gibt es eine Lagerolympiade, Workshops und ein umfangreiches Besichtigungsprogramm. Die Schirmherrschaft hatte noch der alte Bundespräsident zugesagt; jetzt hofft das THW, dass auch der neue Bundespräsident kommen wird.

Beim Jahresempfang am Donnerstag war deutlich zu spüren, wie groß die Freude auf das „Bujula-La“ (Bundesjugendlager Landshut) ist – aber auch welche große Herausforderung es für den Ortsverband darstellt.


Täglich 10000 Semmeln und 6000 Liter Mineralwasser


Die Organisationsmaschinerie läuft bereits auf vollen Touren, sagte Ortsbeauftragter Rudolf Skalitzky: Täglich 10000 Semmeln und 6000 Liter Mineralwasser seien nur der Anfang der Versorgung. Besonders hob Skalitzky die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt hervor.
In seinem Rückblick stellte er dar, wie einsatzkräftig der Ortsverband ist. 271 Helfer zählt das Landshuter THW, davon sind 143 Aktive, 60 Junghelfer und 68 Althelfer. Elf Helfer sind 2011 neu dazugekommen. Den Wegfall der Wehrpflicht spürt der Ortsverband also bisher nicht. Allerdings müsse man die Zahlen weiterhin kritisch im Auge behalten, denn die größten Zuwächse habe man bei den Althelfern, sagte Skalitzky. Auch bayernweit seien die Mitgliederzahlen stabil, sagte Voß, in anderen Bundesländern sehe es aber teilweise anders aus. Deshalb forderte er Nachbesserungen beim Bundesfreiwilligendienst: „Der hilft dem THW bisher gar nicht, da wir keinen Tagesdienst haben.“
Skalitzky hob das Engagement jedes Einzelnen hervor: „Jeder füllt seine Funktion aus und erledigt die gestellten Aufgaben.“ Die Helfer leisteten im vergangenen Jahr 44779 Stunden – das sind pro aktiven Helfer rund 210 Stunden. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 190 Stunden. Das THW half beispielsweise im Januar 2011 beim Hochwasser in Altheim und sicherte freigespülte Hochspannungskabel beim Umspannwerk an der Christian-Jorhan-Straße.
THW bei der Jugend sehr beliebt.

Im Juni waren Helfer bei einem Wohnwagenbrand an der Luitpoldstraße im Einsatz. Im November hatte das THW einen Radladereinsatz unter Atemschutz beim Brand des Gartencenters Ergolding. Der jüngste Einsatz war am Rosenmontag: Nach einem Wassereinbruch bei einer Pharmafirma dichteten die Helfer das Dach ab. Fast das ganze Jahr über war die Fachgruppe Wassergefahren in Altdorf beschäftigt: Dort wurde eine Schwimmbrücke aufgebaut, betrieben und abgebaut, damit die Fußgänger während der Erneuerung er Hirschauer Brücke weiter über die Pfettrach gehen konnten.

Außerdem betreute das THW regelmäßig Veranstaltungen wie die Fußwallfahrt, das Entenrennen, den Flohmarkt und die Weihnachtstrucker und brachte zusammen mit der Feuerwehr einen Hilfstransport nach Mukacevo. Breiten Raum nimmt die Ausbildung ein: Drei Helfer legten die Grundausbildung ab, fast 10000 Stunden wurden in die sogenannte Fachausbildung – beispielsweise zum Kraftfahrer, Atemschutz oder Sprechfunker – investiert. Außerdem besuchten Landshuter Helfer 46 überörtliche Ausbildungen – so viel wie noch nie.
Besonders stellte Skalitzky die Arbeit der Jugendbetreuer heraus: Derzeit ist die Landshuter Jugendgruppe mit 60 Jugendlichen und vier Betreuern die größte der gesamten THW-Jugend. Aktuell können gar nicht alle Jugendlichen, die zum THW wollen, auch aufgenommen werden.
Die „vorbildliche Jugendarbeit“ betonte auch Oberbürgermeister Hans Rampf: „Der Jugendleitung geling es glänzend, die Jugendlichen spielerisch an das THW heranzuführen.“ Besonders würdigten Rampf und Skalitzky das Engagement des Ortsjugendleiters Marc-André Ciesiolka, der im November zum stellvertretenden Bundesjugendleiter gewählt wurde.

 

„Die Einsätze und Ausbildungen sind nur möglich, wenn wir auch Helfer haben, die auch zupacken“, sagte der stellvertretende Landesbeauftragte Dr. Fritz-Helge Voß bei den Ehrungen.

 

Mit der höchsten Auszeichnung des Abends wurde Andres Pichl geehrt: Er bekam für seine Einsatzbereitschaft das Helferzeichen in Gold mit Kranz.

Mit dem Helferzeichen in Gold wurden geehrt: Stephan Biberger, Michael Emmler, Matthias Krampfl, Christoph Langmeier, Judith Angerer, Franz Schreiner, Markus Frischholz, Andreas Rußwurm, Maximilian Schubert.

Auch viele langjährige Mitglieder wurden ausgezeichnet. Seit 50 Jahren beim THW ist Erich Fischerauer.

Für 40 Jahre Dienst im THW erhielten Otto Dähne und Rudolf Skalitzky eine Urkunde.

Seit 30 Jahren Mitglied sind: Friedrich Fischer, Helmut Huber, Heiko Ingerl, Klaus Kollmeder, Helmut Malik.

Eine Urkunde für 25 Jahre Dienst für die Humanität bekamen: Walter Behmer, Michael Forster, Bernhard Herrndobler, Sascha Hofstetter, Peter Hohenester, Alexandra Winkler.

Seit 20 Jahren dabei sind: Sylvia Kräh, Martin Maier, Ralf Bormann, Hans Schmidbauer, Harald Behr.

Für zehnjährige Mitgliedschaft erhielten eine Urkunde: Rainer Göbl, Thomas Huber, Dominik Kindsmüller, Martin Kowalski, Andres Pichl, Maximilian Schubert, Martin Trebstein, Alexandra Kräh, Florian Zenk, Tobias Sturm, Fabian Haupt, Florian Domakowski.

Besonders hervorgehoben wurde das Engagement von Tauchgruppenleiter Rudolf Hattenkofer: Für den Aufbau und die Pflege der THW-historischen Sammlung hat er Anfang des Jahres das THW-Ehrenzeichen in Bronze – einen offiziellen Orden der Bundesrepublik – erhalten.

Landshuter Zeitung 17.03.2012