Fleißige Helfer, denen es am Geld fehlt
Technisches Hilfswerk fordert bei Jahresempfang höhere Mittel vom Bund Es war das Jahr nach der großen Hochwasserkatastrophe, auf das das Technische Hilfswerk (THW) Landshut am Freitagabend beim Jahresempfang in der Aula der staatlichen Realschule zurückblickte. Und schon die nackten Zahlen lassen erahnen, welcher Kraftakt 2013 zu leisten war: Kamen die Hilfswerkler damals doch auf 5.550 ein Einsatzstunden. Im Gegensatz dazu nahmen sich die 187 Einsatzstunden im Jahr 2014 mehr als bescheiden aus. Doch ob nun Hochwasserkatastrophe oder der Abtransport eines notgelandeten Sportflugzeugs wie im vergangenen Jahr: Wenn der THW-Ortsverband gebraucht wurde, war er zur Stelle.

Damit dies auch künftig so ist, bedarf es aber nach Meinung der Verantwortlichen einer besseren finanziellen Unterstützung: Der Ortsbeauftragte, Michael Saller, beklagte die geringen Mittel, die der Bund den Ortsverbänden zukommen lässt. „Um es vorsichtig zu sagen: Eine Forderung nach höheren Mitteln ist mehr als berechtigt.“ Nur damit sei ein akzeptabler Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. Denn die Kosten und die Anforderungen würden immer höher. Dieser Forderung schloss sich auch Klaus Labitzke, Referatsleiter beim THW-Landesverband, an: Es könne nicht sein, dass der Ortsverband Landshut, der überdurchschnittlich Helferstunden leistet, durch fehlende Gelder demotiviert werde. Beim Thema Finanzen kam an diesem Abend noch Oberbürgermeister Hans Rampf (CSU) ins Spiel - der hatte nämlich Erfreuliches zu vermelden: da von der 2013 in initiierten Landshuter Hochwasserhilfe noch will Gelder übrig seien, habe man sich dazu entschieden, diese an die Hilfsorganisationen weiterzugeben. Das THW kann Rampf zufolge mit einem hohen fünfstelligen Betrag rechnen. Und Michael Saller hatte auch gleich eine Idee, wie das Geld verwendet werden kann: Es soll Ausrüstung gekauft werden.

Die zu 2013 vergleichsweise geringen Einsatzstunden erbrachte das THW im vergangenen Jahr bei Einsätzen wie dem Einsturz eines Silos in Oberergoldsbach, bei dem ein Arbeiter ums Leben kam. Auf diese und weitere Einsätze (beispielsweise als technische Unterstützung beim Bayern-3-Sommerfest in Altdorf) verwies Michael Seiler in seinem Jahresbericht, dem neben zahlreichen THW-Mitgliedern auch Vertreter aus Politik, von der Polizei, der Feuerwehr, dem BRK und der Wasserwacht lauschten.

Das THW ist aber auch immer wieder auf der internationalen Bühne im Einsatz: so habe je ein Helfer aus Landshut in Jordanien beziehungsweise dem Nordirak im Auftrag des UNHCR beim Bau von Flüchtlingslagern geholfen.

Und in einigen Wochen wird das THW auch beim G-7-Gipfel rund um das Tagungshotel Schloss Ellmau eingesetzt, darunter auch eine Abordnung aus Landshut. Details dazu sind aus Sicherheitsgründen nicht zu erfahren. Insgesamt kamen die 160 aktiven THW-Mitglieder und die in der Ausbildung befindlichen 50 Junghelfern auf rund 50.000 ehrenamtliche Dienststunden. „Eine stolze Summe“, sagte Saller, der zusammen mit OB Rampf für das Engagement dankte.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Blaskapelle „Blechbaraba umrahmt, kulinarisch von „Ans Werk" versorgt.

-sj-

Ehrungen beim THW

Urkunde für 20-jährige Zugehörigkeit: Michael Rott
Urkunde für 25-jährige Zugehörigkeit: Rudolf Hattenkofer, Florian Kräh
Urkunde für 30-jährige Zugehörigkeit: Christian Ring, Axel Wythe
Urkunde für 50-jährige Zugehörigkeit: Gotthard Simnacher
Ehrenzeichen am Bande des Freistaats Bayern für 25-jährige Dienstzeit: Florian Kräh
Helferzeichen in Gold: Stefan Zeilbeck
Helferzeichen in Gold mit Kranz: Daniel Angerer, Sven Böhlke, Claudius Haller, Heiko Ingerl, Fabian Kühn

Bericht: Landshuter Zeitung 23.03.2015
Bilder: THW Landshut