Ohne Ehrenamtliche würde es nicht klappen“
Landshut. Michael Saller sieht erstaunlich entspannt aus angesichts der dramatischen Situation. „Stress macht man sich selbst“, sagt er und lächelt. Grund zum Lachen hat der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) aber eigentlich nicht. Denn seit Mitte August sind die Helfer in Blau wegen der Flüchtlingskrise im Dauereinsatz – und das nicht nur in Landshut. Sie helfen derzeit auch mit beim Aufbau der Zeltstadt in Feldkirchen und in Erding sind sie ebenfalls mit dabei. Jeweils 5.000 Flüchtlinge sollen in den beiden Aufnahmeeinrichtungen untergebracht werden.
„Zusammen mit dem BRK tragen wir momentan die Hauptlast“, sagt Saller.
Seit Mitte August hat das THW in Landshut mit seinen rund 140 Aktiven rund 1.700 Einsatz-Helfer-Stunden abgeleistet.
Eine gewaltige Leistung. Zwar versucht man in der Hilfsorganisation die Last gleichmäßig auf viele Schultern zu verteilen, dennoch „stoßen auch wir langsam an unsere Grenzen. “Zelte beim Krankenhaus errichten, Feldbetten auf der Grieserwiese aufstellen, Leitungen und Steckdosen in den Notaufnahmeeinrichtungen verlegen, bei der Registrierung und Einweisung der Flüchtlinge helfen... – das sind nur einige der Aufgaben, die die THW-Helfer aus Landshut übernommen haben. Eine gewaltige Belastung, vor allem weil „jeder von uns ja
noch seinen Job hat. “Saller ist im „normalen Leben“ eigentlich bei der Burgverwaltung in Landshut tätig, der 56-Jährige arbeitet also für den Freistaat. Der hat natürlich Verständnis dafür, dass er derzeit immer wieder zu Hilfseinsätzen ausrücken muss. Doch auch die Chefs derjenigen THWler, die in mittelständischen und kleinen Unternehmen der Region arbeiten, würden bislang außerordentlich viel Verständnis aufbringen.
Für die Bewältigung der Flüchtlingsströme ist das enorm wichtig, denn „ohne uns Ehrenamtliche – und da meine ich nicht nur das THW, sondern auch alle anderen Organisationen – würde das alles nicht funktionieren“. Dass sich die Situation schnell entspannen wird, das glaubt wohl niemand beim THW. „Wir wissen auch nicht, was noch alles auf uns zukommt“, sagt Saller und lächelt tapfer. Er und sein Team bereiten sich jedenfalls schon einmal darauf vor, dass es in der nächsten Zeit wohl eher nicht weniger Arbeit werden wird.

Michael Saller ist der Ortsbeauftragte des THW in Landshut.
Ohne den Einsatz der Hilfsorganisation wäre die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen.


Bericht: Wochenblatt 23.09.2015
Bilder: Wochenblatt 23.09.2015