Katastrophenschützer geehrt
THW-Landesverband verleiht gleich dreimal das bronzene Ehrenzeichen
Engagement, Bereitschaft, Einsatzwillen: Am Samstagvormittag hat das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Landshut (OV) im Zeughaus eine Festveranstaltung mit Ehrungen veranstaltet. Bürgermeister Erwin Schneck (Freie Wähler) überbrachte die Grußworte der Stadt. „Dabeisein und Mitmachen ist beim THW keine Frage des Alters: Gebraucht werden erfahrene handwerkliche Spezialisten, aber auch motivierte Mädchen und Jungen“, sagte Schneck. „Sie alle zusammen bilden eine starke Einheit.“

Dies wollte auch der THW-Landesbeauftragte Dr. Fritz-Helge Voß nicht unerwähnt lassen, der die Mannschaftsleistung des OV, der in den vergangenen Jahren etliche Großveranstaltungen und –ereignisse erfolgreich gestemmt hat, würdigte. „Ob bei den Bundesjugendlager 2012, dem Donau-Hochwasser 2013, der jüngsten Landshuter Hochzeit , dem G7-Gipfel oder der Flüchtlingshilfe 2015: Die erfolgreichen Einsätze sind die Leistung aller, die beim Ortsverband tätig sind“, sagte Voß.

Dennoch kam es dabei immer wieder auf das Können einzelner Mitglieder an. Drei von ihnen verdienten sich eine besondere Auszeichnung. An die THW-Vorschrift, pro Veranstaltung nur ein Ehrenzeichen zu verleihen, wollte sich Voß deshalb nicht halten. Bei dem Überangebot an Spitzenleuten bei der OV sei es in Landshut schwierig, sich an diese Regel zu halten. „Erlauben Sie mir deshalb, dass ich gleich drei vornehme“, sagte Voß. Das THW-Ehrenzeichen in Bronze verlieh Voß an Marc-Andre´Ciesiolka, Michael Ebner und Christian Ring. „Unter Ciesiolkas Leitung hat sich die Jugendgruppe des Ortsverbands positiv entwickelt und gehört mit etwa 50 Mitgliedern zu den größten THW-Jugendgruppen“, sagte Voß. Ebner ist Gruppenführer der Facheinheit Beleuchtung und war bei G7-Gipfel maßgeblich verantwortlich für die Planung, den Aufbau und Betrieb des 16 Kilometer umfassenden Sicherheitsbereichs um das Schloss Elmau. Zudem war der Elektroprofi bei den Bundesjugendlager 2012 in Landshut an der Elektroplanung beteiligt gewesen und zeichnete sich stets durch seine überdurchschnittliche Mithilfe im Ortsverband aus.

Überdurchschnittliches Engagement trifft auch für den dritten Geehrten zu: „Ring war bei dem Bundesjugendlager für die Bereiche Wasser und Abwasser zuständig und hat sich als aktiver Helfer und viele Belange des THW-Ortsverbands gekümmert“, sagte Voß. „Bei ihm klappt alles, ohne dass man fünf Mal nachfragen muss“, lobte der Ortsbeauftragte des THW-Ortsverbands Landshut, Michael Saller.

Der Chef der Ortsgruppe, der sich im Zeughaus über ein volles Haus freuen durfte und zahlreiche Gäste und Ehrengäste begrüßen konnte, beschäftigt sich in seiner Rede mit den kommenden Herausforderungen des THW. Eine Aufgabe, mit der man Sich beschäftigen müsse, sei der notwendige Ausbau der Unterkunft. „Der Ortsverband hat einen größeren Frauenanteil, eine separate Umkleide gibt es aber nicht“, sagte Saller. Zudem sei der Platz für Einsatzfahrzeuge in der Vergangenheit immer weniger geworden. Einen besonderen Dank für die gute Zusammenarbeit sprach Saller Polizeidirektor Rudi Zörner aus, der zum Ende des Monats in den Ruhestand eintreten wird.

Die weiteren Ehrungen im Überblick: Für 25 Jahre Tätigkeit im Katastrophenschutz wurde Rudolf Hattenkofer geehrt; für 40 Jahre Otto Dähne, Klaus Kollmeder , Franz Schratzenstaller und Sebastian Steck; für 50 Jahre Gotthard Simnacher. Letzter ist 76 Jahre alt und beim Elektrozug des THW tätig. Simnacher war in den 80-Jahren in Italien nach einem Erdbeben mit seinem THW-Zug im Einsatz, bei einer der schwersten Naturkatastrophen der italienischen Nachkriegsgeschichte.
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Bericht: Landshuter Zeitung 09.11.2015 -red
Bilder: Landshuter Zeitung 09.11.2015, Michael Rott, Michael Emmler